Über den Aussichtsturm am Bullenheimer Berg
Der Turmbau hoch oben im Wald ist für uns aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbar. Damals gab es noch keine Wege, keine Zufahrten, keine großen Waldlichtungen oder ähnliches. Viele Arbeitsstunden fleißiger Helfer waren nötig, um das Bauwerk zu errichten. Der Grundstein wurde am 24.06.1972 gelegt.
Dieter Esser, der als einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen beim Turmbau von Anfang an dabei war, erinnerte sich in einer kleinen Plauderstunde im Rahmen des Festes an die Anfänge des Projektes. Es sei in der Küche der „Traube“ gewesen, dem langjährigen Vereinslokal des Steigerwaldklubs, das von Familie Schmitt betrieben wurde. Karl Schmitt habe ihn hereingewunken und ihm vom Vorhaben des damaligen Vorsitzenden Ludwig Modlmayer erzählt. „Weißt du, was der Meister vorhat?“, habe die Frage gelautet, erinnerte sich unser Dieter. Als er so vom Turmbau erfuhr, habe er gleich gesagt: „Freilich bauen wir den Turm.“
Der damalige Vorstand musste sich gegen viele Zweifler behaupten. Legendär wurde der Satz „Und der Turm wird doch gebaut“, mit dem sich der damalige Vorsitzende Ludwig Modlmayer schlussendlich durchsetzte.
Doch dafür bedurfte es viel Schriftverkehr mit Behörden, Spenden und Zuschüsse. Auch ein geeigneter Standort für den Turm musste erst einmal gefunden werden. Hierfür erklomm unser damals noch jugendlich flotter Dieter Esser die Eichen im Wald. Schließlich sollte man vom später 15 Meter hohen Turm aus Bullenheim sehen.
Der Platz wurde in der einstigen Vorburg gefunden, einer kleinen Burganlage, von der heute nur wenig bekannt ist. Aufgrund des dortigen Fehlens von Wegen zur damaligen Zeit wurde mittels einer Raupe der Firma Knauf Raum geschaffen. Das Betonfundament wurde in Handarbeit gegossen. Das Holz transportierten die Helfer mit einem Pferdefuhrwerk. Die großen Eckpfosten des Aussichtsturms soll Baroness von Poellnitz von Schloss Frankenberg umsonst zur Verfügung gestellt haben.
Am 24. September 1972 wurde der Aussichtsturm eingeweiht. Seither erfreut er sich bei Wanderern großer Beliebtheit. Man kann den Blick in die Ferne schweifen lassen und bei schönem Wetter sogar bis in die Rhön schauen.
Auszug aus der Rede zum 50-jährigen Jubiläum
von Grit Rückert
Öffnungszeiten
April bis Oktober, So. + Feiertage
Schlüssel bei Weinparadiesscheune oben am Bullenheimer Berg
Informationen und Auskunft
Grit Rückert
E-Mail: grit.rueckert@yahoo.de
Telefon: 09339/989227